Pandoras Büchse

Poetische Gartenbriefe aus Lilly Sommers Laube

Gartenbriefe aus Paulandia

Pralles Leben mit gesetzlichem Rahmen.

Buntes Blütenleben und Poesie. Jule Reiners Paulandia ist der Platz zum Meditieren, zum Wohlfühlen. Und unterliegt dennoch der staatlichen Ordnung, dem Bundeskleingartengesetz. Es besagt in 2 Sätzen, was ein Kleingarten ist, und in 5 Sätzen, was kein Kleingarten ist. Man sieht schon, die Angelegenheit ist komplex. Nein, ein Kleingarten ist nicht nur ein kleiner Garten. Er muss in einem Verbund mit anderen solchen Gärten liegen, erst das macht ihn zu dem, was er ist.

Natürlich darf man sich dort erholen. Aber man muss auch produzieren. Sogar der Bundesgerichtshof hat sich mit dieser Materie befasst. Ein Drittel des Gartens muss nach höchstrichterlichem Spruch der Produktion von Obst und Gemüse dienen. Dieser gesetzliche Zwang zur Produktion von „Gartenbauerzeugnissen“ riecht etwas nach Gründerzeit, Versorgungsengpässen und Nachkriegssorgen.

Würde Jule Reiner zu wenig Essbares anbauen, könnte eine Abmahnung fällig werden, oder gar die Kündigung. Denn natürlich wird die Einhaltung der Regeln überwacht, von den Obleuten der Kleingartenvereine. 15.000 solcher Vereine gibt es in Deutschland, mit Satzungen, Vorstand und Mitgliedern. Zusammen mit ihren Familien und Freunden nutzen geschätzt 5 Millionen Menschen diese Kleingärten.

Kleingärten sind Lebensraum für Natur, für Hummeln, Schmetterlinge, Libellen, Molche, mit Wildblumen, einem kleinen Teich und Insektenhotels. Die Parzellen liegen per definitionem im Verbund und vereinigen sich zu bemerkenswerten ökologischen Flächen, oft eng umringt von städtischem Raum. Bei Wettbewerben um den schönsten Naturgarten kann nicht jeder einen Preis bekommen, doch es gewinnt die Gemeinschaft.

Paulandia ist ein schönes Vorbild. Die Poesie eines solchen Stückchens erholsamer Natur zu erleben, ist jetzt allen vergönnt, auch denen, die keinen Garten ihr eigen nennen. Jule Reiners Gartenbriefe aus Paulandia machen es möglich.

Gastbeitrag von Prof. Dr. Manfred Niekisch


Gartenbriefe 2020

Wilde Entdeckungen
Brief 13 Brief 12

Die Farben der Magie

Vom reinen Blau der Akeleien und der Extravaganz der Farbe Rot. Und vom Genuss, ein Gartenkunstwerk mit den Augen aufzuessen. Im Rosenbeet glühen Mysterien.

Gartenbriefe 2019

Erwachsen werden
Brief 11 Brief 10

Der Garten ein hortus amoenus

Von Schachblumen, Kolibrischwärmern, Häutungshemden und anderen Einwanderern.
Eine Art Metamorphose im unvergesslichen Sommer.

Gartenbriefe 2018

Paulandia, das Biotop
Brief 09 Brief 08

Zauberhafte Verwandlungen

Von den Geschöpfen der Prärie und wunderbaren Zufällen. Junge Wilde der Gartenkunst erobern Paulandia. Schön ist es, über Molche zu plaudern.

Gartenbriefe 2017

Auf den Molch gekommen
Brief 07

Fast ein Meuchelmord am Karfreitag

Von der Zähmung eines Wilden Kerls mit Herz, von Goldruten mit Bienentrauben und eine Ostergeschichte von der Entdeckung Paulandias

* Die Gartenbriefe 01-06 2016 sind online nicht verfügbar aber in Papierform vorhanden.